Radwege sind kein Luxus

Darüber müssen wir nicht mehr diskutieren. Radwege sind Standard. Belange von Radfahrer*innen sind ebenso wie Belange übriger Verkehrsteilnehmer bei städtebaulichen Maßnahmen zu berücksichtigen. So auch bei der Neugestaltung des Straßenseitenraumes im Bereich des neuen Rathauses.

Mögliches Instrument für die Berücksichtigung dieser Belange ist eine integrierte Verkehrsplanung für die Stadt welche auch Bestandteil eines Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) sein kann. Weder das eine noch das andere Konzept wird es auf absehbare Zeit in Pattensen geben. Somit bleibt uns nur das wiederholte Einbringen des Themas Radwege bei jeglichen städtebaulichen Baumaßnahmen.

Warum überhaupt eine Verkehrsplanung oder auch was ist eine integrierte Verkehrsplanung? Gegenstand einer solchen Verkehrsplanung ist die Erarbeitung von Mobilitätskonzepten, die den wirtschaftlichen Erfordernissen und gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht werden. Bestes Beispiel für die Notwendigkeit ist der nichtvorhandene Radweg zur Ernst-Reuter-Schule. Hätte es eine Verkehrsplanung für die Stadt Pattensen gegeben wäre sofort aufgefallen, dass die in den vergangenen zwanzig Jahren erschlossenen Baugebiete aufgrund der neuen und verstärkten Verkehrsströme durch Schüler*innen den Bau einer radgebundenen Zuwegung zur Schule erforderlich gemacht hätten. Gleiches gilt aktuell für die Neugestaltung des Straßenseitenraumes für das neue Rathaus. Das neue Rathaus, ein Treffpunkt für Bürger, eine Einrichtung, die verstärkt besucht werden wird und ein Aushängeschild für die Stadt. Eine Verkehrsplanung hätte sofort erkannt, dass ein solcher Ort selbstverständlich auch verkehrssicher für alle Mitarbeiter*innen, Besucher*innen und Bürger*innen mit dem Fahrrad zu erreichen sein muss.

Aktuell müssen Schüler*innen die morgens zur Ernst-Reuter-Schule fahren und den Bereich der Göttinger Straße benutzen wollen, entweder verkehrswidrig auf dem Fußweg fahren oder die Hauptstraße benutzen. Letzteres wird aufgrund der hohen Verkehrsaufkommen auf der Göttinger Straße verständlicherweise nur äußerst selten gemacht. Entsprechende würde gelten, wenn wir unsern aktuellen Vorschlag zur Neugestaltung des Straßenraumes von der Kreuzung Göttinger Straße / Jeinser Straße für die Zuwegung zum neuen Rathaus gelten. Wie es scheint drücken die Ordnungskräfte an dieser Stelle ein oder mehrere Augen zu, was jedoch keine dauerhafte Lösung sein kann.

 

 

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